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FRAGE:
Was genau machen Tierpsychologen?
ANTWORT: Durch
das intensive Studium verfügen Tierpsychologen über fundierte
Kenntnisse der wilden und domestizierten Form einer Tierart. Beim
domestizierten Hund ist die wilde Form der Wolf und bei der domestizierten
Katze die wilde Form die Falbkatze. Dieses Wissen des Tierpsychologen
ist insofern bedeutsam, weil die meisten Verhaltensweise bei Wildtieren
unverfälscht sind und das Verhalten unserer Haustiere ihren
Ursprung in eben diesen "wilden" Verhaltensweisen haben,
auch wenn einige Tierverhaltensweisen durch langen Prozess der Domestikation
abgeschwächt, andere hingegen verstäkt auftreten.
Um herauszufinden, ob
beim Verhalten einer Katze oder eines Hundes eine Verhaltensstörung
vorliegt, ist natürlich auch die genaue Kenntnis des Normalverhaltens
der entsprechenden Spezies wichtig. Dies muss der Tierpsychologe
/ Tierverhaltensberater kennen.
Tierpsychologen unterscheiden
klar zwischen unerwünschtem Verhalten, was meist nur für
den Tierhalter ein Problem ist, wie zum Beispiel Buddeln im Garten
oder Markieren im Haus, und einer echten Verhaltensstörung,
die für das Tier sehr wohl zum Problem geworden ist und dem
Haustier schaden zufügen kann.
Denn erst wenn der Tierpsychologe
ein Problem exakt benennen kann, kann nach geeigneten Maßnahmen
gesucht werden, um es zu beseitigen.
Erfahrene Tierpsychologen
nutzen verschiedene Möglichkeiten der Verhaltenstherapie, je
nachdem, bei welchem Tier welche Herangehensweise an das Problem
erfolgsversprechend ist. Weiterhin kennen gute Tierpsychologen gewaltfreie
und artgerechte Erziehungs- und Trainingsmethoden und können
aufgrund ihrer Erfahrung spezielle Empfehlungen aussprechen.
FRAGE: Ist es möglich,
Therapiepläne zu erstellen, ohne ein Tier persönlich zu
kennen?
ANTWORT: Ja, in
den meisten Fällen. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie
die Fragen aus dem Fragebogen Verhaltensberatung Hund / Katze sehr
präzise und sorgfältig ausfüllen. Bei einem Beratungsgespräch
vor Ort werden Ihnen vom Tierpsychologen auch viele Frage zu den
Problemen /und Lebensumständen gestellt. Zusätzlich hat
der Tierpsychologe dort die Gelegenheit, Ihr Tier zu beobachten,
was die Beantwortung der Fragen nicht ganz so wichtig macht. Allerdings
gibt es Tierverhaltensweisen die sich bei einem Besuch des Tierpsychologen
nicht immer provozieren lassen oder das Verhalten wird nur während
eines mehr oder weniger kurzen Zeitraums gezeigt, so dass der Tierpsychologe
auch bei einer persönlichen Beratung auf Ihre Beobachtungsgabe
und die genaue Beschreibung des Problems angewiesen ist.
FRAGE: Geht man
mit einem verhaltensauffälligen Tier besser zu einem Tierarzt
oder zu einem Tierpsychologen?
ANTWORT: Wenn die
Vermutung nahe liegt, dass die Verhaltensauffälligkeit körperliche
Ursachen hat ist der erste Schritt nicht der Tierpsychologe. Wenn
eine Katze zum Beispiel nicht mehr in ihr Katzenklo gehen will,
sollte man zunächst einen Tierarzt aufsuchen. Kann dieser eine
körperliche Erkrankung ausschließen, liegt das Problem
also in der Psyche des Tieres, wird der Tierpsychologe zu Rate gezogen,
da dieser über eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung verfügt
und der Tierpsychologe sich Zeit für die Behandlung von Tierverhaltensproblemen
nimmt. Sie sind also sowohl bei einem Tierarzt als auch bei einem
auf Ihre Tierart spezialisierten Tierpsychologen mit fundierter
Ausbildung in guten Händen. Es gibt auch Tierärzte, die
eine Zusatzausbildung im Bereich der Tierpsychologie aufweisen können,
dann haben Sie "zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen".
Es sollte aber, wie bei einem normalen Besuch eines Tierpsychologen,
ausreichend Zeit zur Verfügung stehen, um alle Verhaltensauffälligkeiten
und deren Begleitumstände erfassen zu können. Dies ist
im normalen Praxisalltag bei einem Tierarzt in der Regel nicht möglich.
FRAGE: Ich habe
angefangen, die Übungen aus dem Therpieplan des Tierpsychologen
durchzuführen und möchte nun in den Urlaub fahren. Kann
ich eine Pause einlegen ohne den Erfolg der Behandlung zu gefährden?
ANTWORT: Da Konsequenz
und Kontinuität für den Erfolg der tierpsychologischen
Behandlung von zentraler Bedeutung sind, müssen Sie damit rechnen,
dass Sie nach der Pause noch einmal von vorne beginnen müssen.
Dies ist abhängig vom Tierverhaltensproblem, von dem Trainingsstand,
den Sie bereits erreicht haben und welche Umstände während
Ihres Urlaubs hinzukommen (ist das Tier in einer Tierpension untergebracht,
wird es zu Hause von einer fremden Person betreut, oder nehmen Sie
Ihr Haustier mit in den Urlaub).
FRAGE: Mein Lebenspartner
möchte auch mit meinem Tier üben, ist das möglich?
ANTWORT: Ja, es
ist nicht nur möglich, sondern sogar nötig.. Alle Familienmitglieder
sollten sich an die Übungsempfehlungen halten, damit für
das Tier eine klare Linie erkennbar ist.
FRAGE: Wann spricht
der Tierpsychologe von einer Verhaltensstörung?
ANTWORT: Unter
einer Verhaltensstörung versteht der Tierpsychologe Tierverhaltensweisen,
die nicht in das normale Verhaltensrepertoire einer Tierart gehören.
Diese Verhaltensmerkmale sind dem Tier nicht von Nutzen, sondern
können dem Tier eher schaden. Sie wären bei der wildlebenden
Form der Spezies hinderlich und können im schlimmsten Falle
zum Tode des Tieres führen. Zu den Verhaltensstörungen
gehören neben akuten (z. B. krankheitsbedingten) Veränderungen
unter anderem Fehlprägungen, domestikationsbedingte genetische
Verhaltensänderungen (Ethopathie), durch das Ausbleiben bestimmter
sozialer Reize bedingte Fehlentwicklungen (Deprivationssyndrom)
und durch unnatürliche Umweltbedingungen hervorgerufene zwanghafte
Bewegungen (Stereotypien).
FRAGE: Was ist
unterwünschtes Verhalten?
ANTWORT: So nennt
der Tierpsychologe normales Verhalten eines Tieres, sei es des Hundes
oder der Katze, das vom Besitzer als störend empfunden wird,
wie z.B. Löcher im Garten buddeln, Bellen, wenn es klingelt,
markieren von Möbeln usw.. Unerwünschtes Verhalten kann
zum echten Problem werden, zum Problem für den Tierhalter,
den Hund oder die Katze stört es nicht...
FRAGE: Was ist
eine tierpsychologische Verhaltenstherapie für Tiere?
ANTWORT: Unter
Verhaltenstherapie versteht der Tierpsychologe einerseits die Korrektur
von unerwünschten Verhaltensweisen durch entsprechende Trainingsmaßnahmen,
als auch die Behandlung von Verhalten, das vom Normalverhalten einer
Tierart abweicht. Hierbei werden im Idealfall wissenschaftliche
Erkenntnisse aus der Tierpsychologie, Ethologie (Verhaltensforschung),
der Physiologie (Lehre der Funktionen und Leistungen eines Lebewesens),
und in Einzelfällen Pharmakologie (Arzneimittellehre) zu Hilfe
genommen. Bei letztgenanntem Punkt wird ein Tierarzt hinzugezogen.
FRAGE: Was ist
der Unterschied zwischen einem Hundetrainer und einem Hundepsychologen?
ANTWORT: Leider
gibt es viele Hundeschulen, wo die Hundetrainer das "Wissen"
per Handschlag weitergereicht bekommen. Alt Hergebrachtes wird immer
wieder in Hundeschulen eingesetzt, ohne die neuesten Ergebnisse
der Tierverhaltensforschung zu betrachten bzw. diese überhaupt
zu kennen.
Hundepsychologen haben
das Verhalten der Spezies an der wilden und domestizierten Form
erlernt. Auch sind neue Erziehungsmethoden, die gewaltfrei und artgerecht
sind mit eingeflossen. Das Tierpsychologiestudium ist ein unbedingtes
Muss, was man als Hintergrundwissen haben sollte, um mit Tieren
vernünftig und zeitgemäß umgehen zu können.
FRAGE: Soll ich
mit meinem Hund in die Hundeschule gehen oder mir Rat bei einem
Hundepsychologen holen?
ANTWORT: Nun,
das hängt davon ab, welche Trainingsziele Sie mit Ihrem Hund
haben. Eine gute Hundeschule kann auch Vorteile haben, wenn es z.B.
darum geht, dass ein Hund (oder Welpe) auf Artgenossen sozialisiert
werden soll. Dabei sollte man natürlich darauf achten, dass
in der Hundeschule kompetente Hundetrainer sind, die o.g. Hintergrundwissen
haben und auch einsetzen. Bei Problemen im Alltag mit Ihrem Hund
kann eine Hundeschule meist nicht helfen, weil es darum geht zu
Hause die Probleme "abzustellen". Wer kennt nicht
auch jene Hunde, die mittwochs und freitags auf dem Hundeübungsplatz
gehorchen wie eine Eins. Doch in gewohnter Umgebung davon nichts
mehr wissen wollen... Hier wäre der Hundepsychologe eher gefragt.
Außerdem können Sie bestimmte Problemsituationen in einer
Hundeschule gar nicht simulieren, wie beispielsweise das übermäßige
Bellen des Hundes, wenn der Postbote klingelt, Angst vor dem Alleinsein,
oder das allabendliche Anknurren, wenn Sie ins Bett gehen wollen
usw. Echte Probleme sollten Tierpsychologen, hier speziell Hundepsychologen,
behandeln.
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